RHEINPFALZ: „Es ist nicht vorbei“

Veröffentlicht am 09.05.2020 in Aktionen

Die Bundestagsabgeordneten Gustav Herzog (SPD) und Alexander Ulrich (Linke) mahnen zu Achtsamkeit. Biergärten dürfen öffnen, auch kulturelle Einrichtungen nehmen ihren Betrieb wieder auf. Am Mittwoch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Fahrplan zur weiteren Öffnung des öffentlichen Lebens bekannt gegeben, die Landesregierung hat Details verkündet. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog sieht viel Koordinationsarbeit auf die Verantwortlichen zukommen, Alexander Ulrich (Linke) warnt vor trügerischer Sicherheit.

„Es geht mir eigentlich zu schnell, aber das kann durch viel Koordination und lokale Maßnahmen kompensiert werden“, findet Herzog mit Blick auf die ins Visier gefassten Lockerungen der wegen der Corona-Pandemie geltenden Regelungen. Ulrich findet gut, dass die Lockerungen jetzt kommen, mahnt aber bei allem Tun zur Vorsicht. „Es ist nicht vorbei“, sagt der Linken-Politiker mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Positiv bewertet Ulrich, dass in den vergangenen Wochen „die Gesundheit vor die Wirtschaft“ gestellt wurde. Es sei ein stetiger Abwägeprozess, welche Teile des gesellschaftlichen Lebens wieder hochgefahren werden sollen. Als unglücklich erachtet es Ulrich, dass in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedliche Regelungen gelten sollen. „Das ist schwierig“, so Ulrich, der die Gefahr sieht, dass es zu „Absurditäten“ kommen kann, beispielsweise was Öffnungen von Geschäften angeht. „Es kann sein, dass ich im Saarland ein Geschäft aufmachen darf und in Rheinland-Pfalz nicht.“

Herzog: Mehr
regionale StudienHerzog plädiert dafür, sich bei der Auswertung der Infektionszahlen rund um Corona verstärkt auf regionale Besonderheiten zu konzentrieren. Nur so könnten Wirkungsmechanismen besser herausgearbeitet und verstanden werden. „Wenn ich beispielsweise sehe, dass sich viele ältere Menschen infizieren, dafür aber kaum junge, dann muss ich vielleicht nicht gleich wieder die Schulen schließen.“ Umgekehrt gelte aber auch, dass sich, sollten sich viele Neuinfektionen bei Schülern zeigen, auch herausgearbeitet werden müsse, wo diese Infektionen stattgefunden haben. Nur so könne überprüft werden, ob die Maßnahmen greifen – und ob bestimmte Lockerungen womöglich negative Folgen haben.

Untersuchungen wie die so genannte Heinsberg-Studie – dabei wurde der Ausbruch des Coronavirus im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen genau untersucht – wünscht sich Herzog für mehr Regionen. Eine Schlussfolgerung aus der Studie sei beispielsweise, dass verstärkt getestet werden müsse, da einige Infektionen auch ohne Symptome verlaufen. „Wenn wir freie Testkapazitäten haben, dann muss auch getestet werden.“

Herzog spricht sich für eine enge Vernetzung der lokalen Gesundheitsämter und einen regen Erfahrungsaustausch der Bundesländer mit ihren Erkenntnissen aus den Lockerungen aus. „Es ist nicht schön, wenn wir Fehler bundesweit machen“, findet Herzog. Aus seiner Sicht leidet vor allem der kulturelle Bereich. Allerdings sei es sehr schwierig, etwa für Konzerte mit vielen Besuchern, die dicht an dicht stehen, umsetzbare Schutzvorkehrungen zu erlassen. Für Kunstausstellungen sei das machbar, auch Kinos könnten möglicherweise behutsam wieder öffnen. Eine Abstandsregelung sei ja auch bei Sitzungen im Bundestag umsetzbar. Schwierig sei dagegen – das gelte auch für die Gastronomie – wenn sich Menschen zum Kino oder aber auch zum Essen verabreden, die nicht in einem Haus miteinander leben. „Das sind Kontakte.“

Alexander UIrich begrüßt, dass die „arg gebeutelte Gastronomiebranche“ wieder – unter Einschränkungen – öffnen darf. Gerade vor dem Hintergrund, dass beispielsweise auch Friseurgeschäfte seit Montag wieder Kunden empfangen dürfen. Jedoch: „Bis es wieder zu Großveranstaltungen kommen kann, das wird noch dauern“, so Ulrich mit Blick auf Volksfeste und große Konzerte.
Ulrich: Kindergärten behutsam öffnenIn einem nächsten Schritt müsse nun an Konzepten für die weitere Öffnung von Schulen und Kindergärten gearbeitet werden. „Dafür muss es eine Lösung geben.“ Geschlossene Schulen und Kitas sei für den Alltag in einigen Familien „schon sehr belastend“, hat Ulrich beobachtet.

Völliges Unverständnis äußerte der bekennende Fußball-Fan Ulrich dagegen bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga. „Wer wünscht sich denn bitteschön Geisterspiele?“ Zudem sei es schwer vermittelbar, warum die Bundesliga wieder spielen darf, dagegen die meisten Amateurligen die Saison bereits beendet haben. „Diese Ausnahmeregelung lehne ich ab.“

 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Donnersberger Rundschau - Nr. 108
Datum Samstag, den 9. Mai 2020
Seite 12
 
 

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