Sabine Bätzing-Lichtenthaler referiert zur hausärztlichen Versorgung in Marnheim

Veröffentlicht am 17.05.2019 in Gesundheit

Sabine Bätzing-Lichtenthaler

Die rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Sabine Bätzing-Lichtenthäler war am 7. Mai zu Gast in Marnheim und informierte über die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Der SPD – Ortsverein Marnheim hatte zu der Veranstaltung eingeladen und Ruth Steingass freute sich, neben Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Duwensee auch den stellv. Kreisvorsitzenden der SPD, Michael Groß, begrüßen zu können.

Die Ministerin berichtete, dass 40 % der Hausärzte in Rheinland-Pfalz über 60 Jahre alt sind und sich somit in den nächsten Jahren die Hausarztversorgung noch weiter verändern wird. Daher ist es wichtig, sich auf allen Ebenen die Frage zu stellen: Wie gewinnen wir  Ärzte für den ländlichen Raum?

Gerade für die Frauen, die Medizin studierten, und dies sind immerhin 70 % der Medizinstudenten in Rheinland-Pfalz, ist das Thema Arbeit in Teilzeit und/oder Anstellung ein wichtiger Aspekt.

Früher ist eine Anstellung nicht möglich gewesen, durch die Änderung der Bundesgesetzgebung sind nun auch Filial- oder Zweitpraxen möglich. In ihren Ausführungen machte Frau Bätzing-Lichtenthäler auch deutlich, dass zukünftig nicht mehr jede Gemeinde einen Hausarzt oder Hausärztin haben wird – dies zeige die Entwicklung. Daher ist es notwendig, den Ansprüchen oder Anforderungen der Ärzte entgegenzukommen. Die Ministerin wies aber auch darauf hin, die eine Lösung zum Erhalt oder der Verbesserung der ärztlichen Versorgung gebe es nicht. Unterschiedliche Maßnahmen auf allen Ebenen (Bund, Land, Kommunen) sind erforderlich. Dabei skizzierte sie einige Beispiele. Das Land hat z.B. eine Landarztoffensive gestartet. Dadurch erhalten Studentinnen und Studenten, die sich für 10 Jahre für die Arbeit in einer Landarztpraxis verpflichten, schneller einen Studienplatz. Hierfür stehen 13 % mehr Plätze zur Verfügung.

Als wichtig sieht sie die Verzahnung und Verbindung von ambulanter und stationärer Versorgung im Krankenhaus an, auch zum Erhalt kleinerer Krankenhäuser. Die Entlastung von Ärzten von bestimmten Aufgaben durch „Assistenten“, also die Einführung von entsprechend ausgebildeten Arzthelfern, ist ein weiterer Baustein. Die Förderung von Genossenschaften, wie z.B. in der Eifel oder die Wiedereinstiegsförderung von Ärzten, die aktuell nicht arbeiten, sind weitere Möglichkeiten.

Auf kommunaler Ebene ist es wichtig, dass das Thema Gesundheit und Pflege Chefsache werde. Mögliche Maßnahmen und Beispiele, teilweise auch aus anderen Landkreisen und Gemeinden, sind Stipendien für Ärzte, Anwerbeprämien oder die Kostenübernahme von Wohnraum für „Famulanten“ während ihres Praktikums.

Abschließend rief Sabine Bätzing-Lichtenthäler dazu auf, die Vorteile des ländlichen Raumes in den Mittelpunkt zu stellen, selbstbewusst aufzutreten und damit für den ländlichen Raum zu werben.

 
 

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